Wie alles begonnen hat...

Im Alter von 14 Jahren fasste ich eines Tages den Entschluss, jenen Stammtisch in meiner Heimatstadt Schladming aufzusuchen, an dem nachweislich seit jeher die wichtigsten, zukunftsweisenden Entscheidungen für die Entwicklung unserer Stadt gefällt worden sind.
Dieser Stammtisch zählte auch zu den bevorzugten Aufenthaltsorten meines an der gesamten Stadtentwicklung maßgeblich beteiligten Vaters.

Schüchtern wie ich damals war, musste ich allen Mut zusammenfassen, betrat mit klopfendem Herzen den Gasthof, steuerte zielgerichtet auf diesen legendären Stammtisch zu, fand ihn zur Gänze leer vor und nahm dort Platz. Wohl ein wenig erstaunt über mein Erscheinen sah der Wirt unwirsch von seinen Abrechnungen auf und verwies mich, unbekannten jungen Schnösel, barsch vom Tisch. Er forderte mich auf, im angrenzenden ebenso menschenleeren, riesigen Speisesaal Platz zu nehmen.

In diesem großen Saal konsumierte ich mutterseelenallein mein Getränk. Es war für mich in der Tat eine äußerst befremdende, jedoch durchaus prägende Erfahrung.

Der Griaß di Tisch stellt nunmehr in einem gewissen Sinn die Aufarbeitung dieses, beinahe traumatischen Kindheitserlebnisses dar!

Ohne die unmittelbar an meine Kindheitserlebnisse anknüpfende, permanente Reflexion über Sinn und Unsinn eines Stammtischs, die mich danach über Jahrzehnte begleitete, wäre das Projekt des Griaß di Tisches wohl niemals zu Stande gekommen!

Norbert Linder

 
 
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